Mauretanien 31.03. – 14.04.07


Auch als Fotobuch verfügbar

Als ich am Morgen des 1. April gegen 4 Uhr nach meiner über 20 stündigen Reise endlich in Nouakchott auf der reichlich durchgelegenen Matratze lag, fiel ich nach dem ersten Kulturschock, den mir meine Gastgeberin Marie-France bereits Monate zuvor prophezeit hatte, sofort in einen tiefen Schlaf. Der zweite Schock traf mich schon wenige Minuten später, als der Muezzin mit unglaublich kraftvoller Stimme zum ersten Gebet aufrief. Er schien mit einem Megaphon unmittelbar vor meiner Schlafstelle zu stehen – zumindest kam es mir so vor. Ich überlegte, wie ich Marie-France klarmachen würde, dass ich vorhatte, so bald wie möglich wieder abzureisen.
Wie es zu dieser Reise kam

Im Sommer 2005 lernten meine Frau und ich Marie-France während unseres Urlaubs in Tunesien kennen. Sie war von Deutschland aus nach Nordafrika gegangen, um dort auf privater Ebene Menschen zu helfen. Da sie in Tunesien nicht die erwartete Unterstützung erhielt, knüpfte sie Kontakte zu Mauretanien. Die Lebensauffassung der agilen Rentnerin gefiel uns und wir blieben in Kontakt. Wenig später erfuhren wir, dass sie tatsächlich nach Mauretanien gezogen war. Während eines Deutschlandaufenthaltes besuchte sie uns in Dortmund und erzählte uns von ihrer neuen Wahlheimat. Der Gedanke entstand, Marie-France zu besuchen. Ich sollte die Reise jedoch allein antreten, weil meine Frau die ganze Sache reichlich abenteuerlich fand.
Nach eingehender Abwägung eventueller Risiken und sorgfältiger Planung machte ich mich in den Osterferien 2007 auf nach Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, wo Marie-France lebte. In meinem Gepäck befanden sich viele nützliche Gebrauchsgegenstände, um die sie mich gebeten hatte.
Ich fühlte mich bestens vorbereitet, und auch den zu erwartenden Kulturschock würde ich leicht verarbeiten, so dachte ich. Sorge machte mir eigentlich nur mein fast sechsstündiger Aufenthalt in Casablanca. Die lange Warterei ließ sich jedoch gut mit Musik aus meinem neuen MP3-Player überbrücken. Kurz nach Mitternacht saß ich im Flieger, der um 00.30 Uhr Richtung Nouakchott abhob. Der Flug dauerte gut zweieinhalb Stunden. Im Flughafen-gebäude gab es am Schalter, wo ich mein Visum vorzeigen musste, eine lange Schlange. Dann die Gepäckkontrolle. „Wofür sind die kleinen Schlösser an Ihren Koffern?“, fragte ein bulliger schwarzer Soldat. „Aufmachen!“ Man fand keine verdächtigen Güter und mit großer Erleichterung passierte ich endlich die Sperre, hinter der mich Marie-France und ihr schwarzer Fahrer, Amadou, empfingen. Die Begrüßung war überaus herzlich, und auch Amadou schien froh zu sein, dass alles geklappt hatte. “Willkommen in Mauretanien!”
Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit einigen anderen Taxifahrern, die Amadou beschuldigten, in ihr Terrain eingedrungen zu sein, verließen wir das hell erleuchtete Flughafengelände und fuhren in die Dunkelheit.

Wohnen und Familie

Wohnen in einem Armenviertel von Nouakchott, das bedeutete in meinem Fall, 14 Tage ohne fließendes Wasser auszukommen. Auch daran, dass wir fast täglich Stromausfall hatten, musste ich mich gewöhnen. Ich lernte, mich mit einem halben Eimer voll Wasser komplett abzuduschen und zu erfrischen. Zum Zähneputzen benutzte ich eine Plastikflasche, in deren Deckel ich ein Loch bohrte und die auf diese Weise, ähnlich wie ein Wasserhahn, funktionierte. Alle 2 Tage kam ein Mann mit einem Eselskarren, der mit 2 Wasserfässern beladen war. Marie-France kaufte ihm 200 l für 300 Ouguiyas ab, was knapp einem Euro entspricht. Amadou füllte peinlich genau eine vorgeschriebene Menge Chlor ins Wasser, so dass es trinkbar wurde. Unsere Teller mit Essensresten stellten wir nach der Mahlzeit auf den Fußboden und überließen sie dem Hund und den beiden Katzen. Aicha spülte das Geschirr immer sehr gewissenhaft. Dennoch war ich überrascht, dass ich während meines Aufenthaltes nicht ein einziges Mal Magen- oder Darmprobleme hatte! Aicha (33) machte im Übrigen sämtliche Hausarbeiten, Amadou (36) verdiente im Monat umgerechnet ca. 150 € mit Taxifahren. Marie-France kaufte die Nahrungsmittel für die Familie und kochte ab und zu. Zur Familie gehören noch die beiden Mädchen Funny (2½) und Fama (7).

Bei den Fischern

Am langen Sandstrand von Nouakchott konnte ich an einem Nachmittag beobachten, wie etwa 30 Männer ein großes Netz mit Fischen aus dem Meer zogen. Sie brauchten für diese Arbeit fast eine Stunde! Ein älterer Fischer, mit dem ich ins Gespräch kam, verblüffte mich, indem er sagte: „Sie sind Deutscher.“ Als ich bejahte und ihn fragte, wie er darauf käme, antwortete er: „Ich habe mit Holländern, Spaniern und Deutschen zusammengearbeitet, und an Ihrem Akzent höre ich, dass Sie Deutscher sind.“
An einem anderen Tag fuhren wir zu der Stelle, wo die Fischer mit ihren bunten Pirogues aufs Meer hinausfuhren. Einen Hafen gab es hier nicht, dafür jedoch eine moderne Markthalle, wo der fangfrische Fisch abgewogen und verkauft wurde. Unglaublich viele Menschen, darunter zahlreiche Marktfrauen mit Körben und Plastikwannen, warteten auf den Fang, den die Männer mitbrachten. Ich beobachtete, wie sie mit ihren Booten vom Meer aus direkt auf den Strand fuhren. Das war gar nicht so einfach, denn die See war rauh und die Wellen hoch. Manche schafften es nicht auf Anhieb, sich in die Position zu manövrieren, die nötig war, um sich mit der Breitseite an den Strand spülen lassen zu können. Kräftige Männer standen bereit, um die Boote auf den Sand zu ziehen. Dabei mussten sie sehr aufpassen, dass sie von den mit Wucht ankommenden Pirogues nicht umgeworfen oder gar verletzt wurden. Vor der Küste Mauretaniens gibt es zur Zeit noch reichlich Fisch, und man braucht kaum weiter als 200 m hinauszufahren, um die Netze zu füllen.
Nach einer Weile entfernte ich mich ein wenig von dem Trubel, um die Pirogues zu fotografieren, die etwas weiter weg am Strand lagen und in ihren bunten Farben herrlich in der Sonne leuchteten.

Auf dem Friedhof

Eines Abends gingen Marie-France und ich zum nahegelegenen Friedhof, der an einer Ausfallstraße lag. Wir hatten für unseren Besuch bewusst die Stunde vor der Dämmerung gewählt, denn das Licht der tiefstehenden Sonne schien mir für meine Fotos besonders geeignet zu sein.
In der Tat hatte ich bis dahin noch keine vergleichbare Begräbnisstätte gesehen! Als erstes sprangen mir die zahllosen bunten Müllbeutelchen aus Plastik ins Auge, dann die größtenteils verrosteten Metallschilder mit den Inschriften, viele davon in arabischen Lettern. Die Plastiktüten wurden vom ständig wehenden Wind aus der Stadt herausgetrieben und schienen dann auf dem Friedhof ihre Sammelstätte gefunden zu haben. Grabsteine, wie wir sie kennen, sah ich nur wenige, und die meisten Schilder waren an langen Stangen befestigt, wohl um zu verhindern, dass sie allzu schnell zugeweht würden. Manche Angehörige hatten den Versuch unternommen, die letzte Ruhestätte ihrer Lieben mit großen Steinen einzufassen, um sie auf diese Weise vor dem Sand zu schützen, meistens jedoch ohne Erfolg!
So gingen Marie-France und ich zwischen den Gräbern umher, und gerade, als ich mich fragte, ob es auch in Mauretanien üblich sei, dass Menschen vorbeikämen, um der Toten zu gedenken, begegneten uns erst zwei Männer und dann eine Frau im Licht der allmählich untergehenden Sonne.

Menschen

Es hat mich unglaublich fasziniert, die Einwohner Mauretaniens zu fotografieren. Die Fremdartigkeit dieser schönen und stolzen Menschen und die Farbenpracht ihrer Gewänder waren und sind noch immer ein Genuss für meine Augen! Dabei habe ich mich oft gefragt, ob ein Afrikaner ähnlich empfindet, wenn er zum ersten Mal in Deutschland mit seiner Kamera durch die Straßen unserer Städte streift. Unfassbar, dass 20% der mauretanischen Bevölkerung (etwa 600.000 Menschen) noch versklavt sind, obschon diese Form der Unterdrückung 1980 offiziell abgeschafft wurde! Warum müssen eigentlich Menschen immer noch Macht über Menschen ausüben?
Seit 1990 wurden in Zentralafrika bis heute (2009) mehr als 5 Mio Schwarze umgebracht, darunter zahllose Frauen und Kinder. Das mediale Interesse lasse angesichts solch ungeheuerlicher Zahlen allmählich nach, äußerte kürzlich eine Reporterin im TV. Demgegenüber beschäftigt man sich nach über 60 Jahren immer noch mit dem Holocaust. Die Erinnerung an die Ermordung von 6 Mio Juden wird zu Recht durch entsprechende Dokumentationen ständig aktualisiert und auf diese Weise im Bewusstsein der meisten Menschen verankert. Und alle, die sich für einigermaßen zivilisiert halten, sind sich einig: So etwas Abscheuliches darf nie wieder geschehen!
Warum aber lässt unser Interesse bei aktuellem Völkermord nach, bei dem aus der Vergangenheit hingegen gibt es ein Bestreben, es wachzuhalten?

Am Brunnen

Eines Morgens sagte Marie-France zu mir, wenn ich das Treiben am Brunnen fotgrafieren wolle, so wäre es ratsam, wenn ich noch vor dem Frühstück hinginge, denn später hätten die meisten Menschen ihr Wasser bereits geholt.
Ich wusste ungfähr, wo der Brunnen war, warf mir ein Hemd über das Oberteil, in dem ich geschlafen hatte, nahm meine Kamera und machte mich auf den Weg. Weit brauchte ich nicht zu gehen, da sah ich schon zahlreiche Menschen mit Wassergefäßen, vorwiegend jedoch Frauen.
Als ich auf dem Platz vor dem Brunnen ankam, überkam mich ein ungutes Gefühl bei der Vorstellung, dass ich als einziger Weißer weit und breit im Begriff war, Fotos von hart arbeitenden Schwarzen zu machen! Unmittelbar neben der Stelle, wo das Wasser in gelben Plastikkanistern aus dem Brunnen gezogen wurde, saß ein Aufseher. Er trug einen makellos reinen, weißen Kaftan und dazu eine passende ebenso weiße bestickte Kopfbedeckung. Ich nahm all meinen Mut zusammen und fragte, ob ich fotografieren dürfe. Er lächelte freundlich und nickte. So setzte ich mich mitten auf den Platz in den Sand und machte meine Kamera startklar. Erst beim Fotografieren bemerkte ich, dass auch Kinder die schweren Kanister schleppten oder hinter sich herzogen.

Nouakchott

Nouakchott, die Hauptstadt von Mauretanien entstand 1959 und hatte damals etwa 25 000 Einwohner. Aufgrund des völlig unkontrollierten Wachstums – mittlerweile leben hier etwa 800 000 Menschen – hat die Stadt ernsthafte Probleme wegen der Wasserknappheit, obschon es in der Nähe einen See gibt, der sie mit Trinkwasser versorgt. Nouakchott liegt am westlichen Rand der Sahara unmittelbar am Atlantik und ist eine der größten Städte dieser Wüste.
So ist es nicht weiter erstaunlich, dass man überwiegend auf Sand läuft, sofern man sich nicht gerade auf einer der wenigen Hauptstraßen oder aber in einem Viertel mit Botschaften oder Villen der wohlhabenderen Bevölkerung befindet.
Ich bin in den 14 Tagen viel zu Fuß unterwegs gewesen, und immer wieder durch andere Straßen gegangen, und jede hatte irgendwie ihren besonderen Reiz. Es gab spektakuläre Bauwerke zu sehen, wie die saudische Moschee, in der mir ein junger Mann sogar das Fotografieren gestattete, nachdem mich ein älterer Herr zunächst hinauswerfen wollte, weil Christen keinen Zutritt hätten. Aber auch heruntergekommene Gassen mit den obligatorischen bunten Plastiktüten gehörten zum Stadtbild. Nicht zu vergessen die zahllosen, oftmals schwer beladenen Karren, welche von den stets geduldigen Eseln gezogen wurden. Die Last konnte noch so schwer oder sperrig sein, nie blieb eines dieser Tiere stehen und verweigerte die Arbeit. Schafe und Ziegen, die überall nach fressbaren Abfällen suchten, gehörten ebenfalls zum Alltag in Nouakchott. Menschen saßen auf dem sandigen Boden oder auf kleinen selbst gezimmerten Bänken und verkauften Gegenstände für den täglichen Bedarf.
All diese Eindrücke ergeben eine wunderbare exotische Mischung, die ich auf folgenden Fotos zeigen möchte.

Durch die Wüste

Endlich hatte Marie-France es geschafft, eine Tour nach Chinguetti zu organisieren. Am 08.04. ging es morgens schon vor Sonnenaufgang los. Bis Atar, wo wir übernachten wollten, hatten wir 480 km Wüste zu durchqueren: „Le desert“, was „verlassen“ bedeutet. Tatsächlich waren weit und breit keine Menschen zu sehen, stattdessen ab und zu ein paar Dromedare. Die wenigen Autos, die uns entgegen kamen, hätte ich an 10 Fingern zählen können. Die vielen Wasserflaschen im Kofferraum wurden plötzlich wichtig, wichtiger noch als die große Schüssel mit leckerem Thunfischsalat auf Reis mit Zitrone und Essig, den Marie-France am Abend zuvor gezaubert hatte.
Als es schließlich hell wurde, befuhren wir bereits die westliche Sahara. In den folgenden zwei Tagen lernte ich eine Landschaft kennen, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte! Allerdings begann erst in Chinguetti die „richtige“ Sandwüste mit hohen Dünen. Bis dahin genossen wir eine unbeschreibliche Weite, die nur gelegentlich durch beeindruckende Tafelberge unterbrochen wurde.

Atar

Gegen 14 Uhr erreichten wir Atar. Die Stadt selbst hat nichts Besonderes zu bieten, sieht man einmal davon ab, dass bis 2008 die umstrittenene Rallye Dakar durch Atar führte. Ansonsten finden sich hier Leute ein, die nach Chinguetti oder sonst wohin wollen.
Am Markt trafen wir schließlich Cheikh, den Bekannten von Marie-France, der für die weitere Organisation verantwortlich war. Er begrüßte uns freundlich und führte uns zu seinem Souvenirladen. Nach der Hitze war es drinnen angenehm kühl. Während der Mann aus dem Senegal leckeren Tee zelebrierte, schaute ich mir die schönen handgefertigten Kunstgegenstände an. Besonders auffällig waren Figuren aus Ebenholz, die mit hellem Holz durchzogen waren. Cheikh bemerkte mein Interesse und sagte: “Weiß und Schwarz vereint. Die Figuren kennen keinen Rassismus.”
Dann brachte jemand das Mittagessen: Eine große Platte mit Reis, Fisch und etwas Gemüse. Cheikh, sein Kompagnon und Amadou aßen mit den Händen, formten den Reis geschickt zu kleinen Bällchen. Marie-France und ich bekamen einen Löffel. Bedenken hinsichtlich irgendwelcher Krankheiten wollten aufkommen, wurden jedoch schnell in den hinteren Winkel meines Gehirns geschoben, denn mein Hunger siegte. Tatsächlich war das Essen lecker, und ich bekam nicht den erwarteten Durchfall!

Amadou und Marie-France schliefen bereits, und auch mich überkam die Müdigkeit. Gegen 22 Uhr bereitete ich mein Lager vor. Als Laken legte ich mein Handtuch auf die Matratze. Meine Wertsachen verstaute ich im Rucksack, den ich als Kopfkissen benutzte. Der Schleier von Marie-France reichte zum Zudecken. Es waren immer noch ungefähr 35°. Entfernt hörte ich die Männer aus dem Senegal reden. Lautlos schlich eine Katze vorbei. In der Dunkelheit bellte ein Hund. Über mir der Sternenhimmel von Afrika. Irgendwann lösten die Männer ihre Runde auf. Leise kamen sie mit den Matratzen nach draußen. Mein letzter Gedanke galt Chinguetti.
Für die 80 km bis dorthin brauchte unser Fahrer am nächsten Morgen knapp 90 Minuten. Beim Befahren der Passstraße wirkten einige Felsen zur Rechten so, als könnten sie jeden Moment auf die Straße stürzen. Cheikh bemerkte meine Besorgnis und sagte: „Die Touristen finden das aufregend. Ich jedoch halte es für gefährlich!“

Chinguetti

Dieser kleine, mehr als 700 Jahre alte Ort hat für mich seine Faszination aus mehreren Gründen: Zum einen beginnt hier die „wirkliche“ Sandwüste (la porte du désert). Dann gilt Chinguetti als der siebente heilige Ort des Islam und war früher ein wichtiger Rastplatz für die endlosen Karawanen der Pilger auf ihrem Weg nach Mekka. Auf mich wirkte er wegen seiner Abgelegenheit sehr einsam, ja fast schon trostlos. Nur wenige der etwa 1500 Einwohner waren unterwegs. Kaum vorstellbar, dass hier in früherer Zeit manchmal bis zu 20 000 Pilger pro Tag mit ihren Dromedaren eine Pause einlegten, um sich dann gen Osten auf den Weg zur heiligen Stadt aufzumachen.
Bis 2003 war der alte Teil von Chinguetti unter einer bis zu 3 m hohen Sandschicht begraben und wurde erst im Juli jenen Jahres mit Geldern aus der EU freigelegt, was in einer der Gassen mit einer hölzernen Messlatte anschaulich dokumentiert ist.
Sehr interessant war der Vortrag von dem Gelehrten Saif Islam, der bemüht war, die mittelalterlichen Bücher in einer der insgesamt fünf Privatbibliotheken vor dem Verfall und den Termiten zu schützen. Das älteste Buch der Stadt stammt übrigens aus dem 10. Jahrhundert und ist der einzige Koran, der auf Gazellenhaut geschrieben wurde.
Natürlich sollte man auch die sogenannte Freitagsmoschee besichtigen. Allerdings fand ich sie, abgesehen von ihrem Alter, nicht schrecklich beeindruckend, weil ich mit Moscheen größere Bauwerke mit einem weithin sichtbaren Minarett verbinde.
Dennoch wird mir Chinguetti als bedeutender Ort der islamischen Welt, weit entfernt von unserem Wohlstandsleben, immer in besonderer Erinnerung bleiben. Mit diesen Fotos endet zugleich eine der aufregendsten Reisen, die ich bisher unternommen habe!